
Anfang dieses Jahres bin ich wieder in eine Klinik gegangen in der ich schon vor drei jahren einmal für drei monate war. Mit Ängsten, Zwängen, Depressionen und einigen Sachen mehr. Schon beim ersten Aufenthalt in der Klinik wurde versucht die Angst zu bearbeiten, die Zwänge zu reduzieren, aber es hat damals nicht geklappt. Als ich Anfang diesem Jahres in die Klinik ging war alles noch viel schlimmer. Ich konnte aus lauter Angst fast garnichts mehr. Ich war nicht mal mehr in der Lage normal zu denken, hatte teilweise schon wahnvorstellungen. In der Klinik dann bekam ich ein Neuroleptika hinzu, hierbei sei erwähnt das ich seit dem ersten Aufenthalt schon täglich Cipralex nahm, der Name war Seroquel. Ich hatte wie bei allem Psychopharmaka wahnsinnige angst es zu nehmen, aber ich kam nicht drum herum, denn meine Wahnvorstellungen wurden schlimmer.Von den Tabletten wurde ich allerdings sehr schläfrig und bekam teilweise Akathisistische Anfälle, so das dieses Medikament wieder abgesetzt wurde. In einer der Therapiestunden bin ich dann wie im Traum zusammengebrochen...tausende von bildern, die vorher tief verdrängt waren, kamen wieder...mein Nachbar, dessen Sohn mit dem ich immer gespielt habe. Immer mehr Bilder kamen zurück und ich konnte sie nicht einordnen, meine Selbstverletzungen wurden immer schlimmer und gravierender. Ich hatte immer nur das Bild vor mir wie ich doch seinen Schwanz anfassen sollte weil es doch so schön wäre, der Rudi(Namen natürlich geändert, obwohl ich sie so gerne immer und immer wieder schreiben würde) dürfte dann auch wieder raus spielen. Ich müsste bloss meinen Mund halten. Dieser Ekel bei dem Gedanken wie weich es sich bei dieser fetten Sau angefühlt hat manifestierte sich. Ich erinner mich an anrufe wo ich erst mit dem Sohn reden durfte nachdem er sich befriedigt hatte, denn sonst hätte er nicht spielen dürfen. Ich bin damals schon im Kindergarten verhaltensauffällig gewesen und die Kindergärtnerinnen haben meiner Mutter immer gesagt das ich nicht mit meinem Vater mitgehen wolle. Meine Mutter erzählte mir das noch bis ins letzte Jahr rein, das das ja sicher daher käme das mein Vater mit seiner Zuckerkrankheit auch Depressionen bekam und ich somit Angst vor meinem Vater bekam. Sicher, war ja auch einfach, die Sache so abzuwelzen ohne Nachzuhaken. In der Grundschule stand ich ständig draussen vor der Tür weil ich vom Unterricht verbannt worden war, meine Mutter musst auch da zur Schule kommen, und wieder war es die Schuld der Krankheit meines vaters. Nicht ein einziges Mal hat sie hinterfragt warum ich so bin, warum ich solche Angst vor meinem Vater hatte, der in meinen Augen ja auch ein Mann war, ein Mann vor dem man halt Angst haben musste. Über Jahre ging das so weiter. Als dann Anfang diesem Jahres der ganze Missbrauch raus kam sagte sie mir auch noch, ich hätte ihr das mal als kind erzählt. Sie hätte mir ja dann auch verboten rüber zu gehen, aber hallo?!?!? Kindern wird vieles verboten. Zudem hatte kurze zeit darauf die mutter meiner damals besten freundin Anzeige erstattet, wo meine Mutter auch noch als Zeugin aussagte, aber sie hat einfach keine anklage erhoben, sie meint heute ich hätte es ihr deutlicher sagen sollen, ja na wie deutlich denn noch? Er hat damals eine Geldstrafe bekommen, weil er soviel Alkohol trank, und der Missbrauch ging weiter bis ich 17 Jahre alt war und dann auch nicht mehr viel mit meinem Nachbarn dem Sohn zu tun hatte. Für mich war es ja schon normal so. Die Ekel die ich hatte unterdrückte ich sicher schon als kind weil ich es ja nicht anders kannte. Ich lebte ersteinmal so weiter. Ich glaube ich hab es richtig verdrängt, von dem zeitpunkt dann fingen meine Angstzustände an die ich nicht wirklich erklären konnte. Die Zwänge fingen gleichzeitig an, heute weiss ich das Zwänge das Leben eines traumatisierten Menschen aufrecht erhalten. Heute weiss ich soviel mehr....schreibpause...wahnsinnige verwirrtheit mit starkem seelenschmerz in mir

Siehst Du denn meine Tränen nicht
Verborgen unter den blutigen Schwingen
Eines gebrochenen Engels
Fliehend vor dieser kalten Welt
Die Krallen der Ausweglosigkeit zerreißen meine Seele
Hinter den bunten Mauern der Glückseligkeit
Im Verließ des Harlekins
Zeige ich niemals wieder offen meinen Schmerz
Den Du als tödliche Waffe nutzt
Um Deine Schwächen an mir zu stärken
Du forderst eine Liebe die ich Dir niemals geben kann
Darum sehnst Du Dich nur noch danach
Mich hassen zu können
Willst mich leiden sehen
Verwandelst meine Zuneigung in blinden Hass
Und zerreißt mich wie Papier im Wind
Gefangen in einem Käfig aus Gold
Muss ich hilflos mit ansehen
Wie Du mich und meine Welt zerstörst
Und ich bin gefangen in Deiner Welt
Aus Lügen und Wahn
Zerbrechend hinter meiner Maske sage ich Dir
Auch Engel können sterben
Wenn man sie zertritt
Und erst wenn mein Licht erlischt
Wirst Du erkennen was Dunkelheit ist
Ich kann Dir niemals folgen
In das Labyrinth Deiner Seele
In dem Du Dich verirrst
Kann die Ketten nicht brechen
Mit denen Du mich erstickst
Also werde ich warten
Bis das der Tod mich erlöst
Denn dann werde ich auf Dich herabsehen
Ein Stern am Horizont
Lächelnd wenn Du selbst zerbrichst
In den weinenden Blumen
Auf meinem Grab

Es ist sehr sehr schwer überhaupt einen Tag ohne Zwänge zu haben...gedanken kreisen permanent durch meinen Kopf. warum warum waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarum?
Ohne Ziel und ausweglos
erscheint mir jetzt mein Leben.
Die Schatten werden übergroß,
nichts kann mir Hoffnung geben.
Alle die Gefühle mein
sind in mir wie eingesperrt.
Nichts geht raus und nichts herein,
alle Bilder sind verzerrt.
Vor mir tiefste Dunkelheit,
kein Sonnenstrahl, der scheint.
Find' nirgendwo Geborgenheit,
kein Herz, das mit mir weint.
Still falt' ich meine Hände,
mein Mund bleibt leer und stumm.
Vielleicht gibst Du am Ende
die Antwort auf: "Warum?"
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen